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8/24/2007 Verstehen - Die Welt, in der Erkennbares verborgen istRabbi Jechiel Michal lebte in bitterer Armut, aber er war stets voller Freude. Eines Tages wurde er gefragt: "Rabbi, wie kannst du Tag für Tag beten' Gesegnet seist Du, der alles sieht, was ich brauche', wo du doch nichts von dem hast, was ein Mensch braucht?" Der Rabbi gab zur Antwort: "Offensichtlich ist es die Armut, die ich brauche, und an der hat es mir ja all die Jahre nicht gemangelt".
Der Rabbi stellt seine Lage in ein völlig neues Bezugssystem, indem er Armut in etwas verwandelt, was ein Mensch möglicherweise brauchen kann. ..Doch damit streifen wir bereits die Philosophie. Kehren wir deshalb wieder zur Methodik zurück, die uns hier eigentlich interessiert. ...Wer die Dinge in einen neuen Zusammenhang stellt, übt sich in einer der subversivsten Methoden, mit der Wirklichkeit umzugehen. Sie ist ihrem Wesen nach ein Aufstand gegen uniformes Denken und die herrschende Meinung. Der berühmte amerikanische Journalist Walter Lippman pflegte zu sagen: "Wenn alle gleich denken, denkt überhaupt keiner". Wenn Menschen die Dinge auch einmal in einen anderen Bezugsrahmen stellen, so ist das vor allem eine Zeichen dafür, dass sich noch etwas tut im Garten der Erkenntnis. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass "Wahrheiten" auch lügen und Denkprozesse unzuverlässig und korrumpierbar sein können; überhaupt ist das Denken kein rein rationaler Vorgang, sondern es hat auch emotionale und affektive Seiten.
Aus dem Buch Der Rabbi hat immer Recht: Die Kunst, Probleme zu lösen von Rabbi Nilton Bonder TrackbacksThe trackback URL for this entry is: http://rossimarjardim.spaces.live.com/blog/cns!F000356BC00BFFE8!2317.trak Weblogs that reference this entry
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