Rossimar's profileCaminhos e Atalhos ...PhotosBlogListsMore ![]() | Help |
|
8/21/2007 Neue Kraft schöpfen...Damals lernte ich, wie ich den Schmetterlingsprozess, bei dem es darum geht, unsere Abhängigkeiten zu verstehen und loszulassen, verinnerlichen konnte. Eine Raupe führt ein überaus bequemes Leben und gewöhnt sich an diese Bequemlichkeit. Aber sie ist nicht wirklich frei, und sie ist nicht wirklich schön. Schliesslich, weil sie spürt, dass da noch etwas auf sie wartet - nicht weil irgendjemand ihr das sagt, sondern aus einem tiefen intuitiven Wissen heraus -, verzichtet sie auf die Bequemlichkeit, die sie an die Erde fesselt, und spinnt einen Kokon um sich herum. Dieser Kokon kommt aus dem Inneren der Raupe, so wie unsere Bereitschaft loszulassen aus unserem Inneren kommen muss.
Die Raupe schliesst sich in sich selbst ein und ist nun in einem kleinen dunklen Raum gefangen, wo sie durch nichts abgelenkt werden kann. Weder Sonne noch Regen haben Zugang zu dieser Welt. Sie ist alleine in der Dunkelheit, eingehüllt in das, was sie aus ihrem Inneren hervorgebracht hat, und vor allem Ablenkungen geschützt.
So geht es auch uns. Echte Transformation geschieht nur, wenn wir uns ungestört der Selbstbetrachtung hingeben und uns unbeeinflusst von materiellen Begehrlichkeiten und scheinbaren gesellschaftlichen Zwängen mit unseren Abhängigkeiten und inneren Dämonen auseinander setzen können. Wir müssen uns in unseren eigenen Kokon zurückziehen und uns selbst ins Gesicht sehen. Wir müssen uns unserer eigenen inneren Dunkeltheit zuwenden. Nur indem sie sich von ihren Abhängigkeiten befreit und sich in die Dunkelheit zurückzieht, kann die Raupe ihren Körper verändern, und nur so können ihre zarten, schönen Flügel wachsen.
Anschliessend muss die Raupe sich noch von ihrer letzten Abhängigkeit befreien - von der dunklen, engen Höhle, an die sie sich gewöhnt hat und die eine neue Art von Bequemlichkeit darstellte -, und sie muss beginnen, den Käfig des Selbst zu durchbrechen, in den sie sich eingespertt hatte. Sie hat nicht die geringste Ahnung, was dahinter liegt, aber sie reagiert in jedem Fall auf einen höheren Ruf. Diese letzte Anstrengung führt zur endgültigen Transformation. Wenn ein Mensch dem Schmetterling hilft, sich aus dem Kokon zu befreien, wird es niemals fliegen. Nur wenn er aus eigener Kraft diese letzte Abhängigkeit überwindet, kann dieses zarte Wesen, dessen Körper so leicht und zerbrechlich ist, dass wir es fast mit einem Atemzug töten könnten, in all seiner Schönheit frei fliegen.
Ganz ähnlich können auch wir nur dann die wirklichen schönen Geschöpfe werden, die zu sein wir bestimmt sind, wenn wir uns von allem befreien, auch von unseren selbstsüchtigen Sorgen, und aus den Kokons ausbrechen, in die wir uns eingesponnen haben, um die Welt auszusperren. Aus dem Buch Die Botschaft der Baumfrau von Julia Butterfly Hill. TrackbacksThe trackback URL for this entry is: http://rossimarjardim.spaces.live.com/blog/cns!F000356BC00BFFE8!2236.trak Weblogs that reference this entry
|
|
|