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    2/23/2009

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    Die Kunst der kleinen Schritte
     
    Ich bitte dich nicht um Wunder und Visionen, Gott,
    sondern um Kraft jeden Tag,
    lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!
    Mach mich sicher in der richtigen Zeiteinteilung.
    Schenke mir das Fingerspitzengefühl,
    um herauszufinden,
    was erstrangin und was zweitrangig ist.
     
    Ich bitte um Kraft für mein Mass,
    dass ich nicht durchs Leben rutsche,
    sondern den Tagesablauf vernünftig einteile,
    auf Lichtblicke und Höhepunkte achte
    und wenigstens hin und wieder Zeit finde
    für einen Genuss.
     
    Hilf mir, das nächste so gut wie möglich zu tun
    und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.
     
    Ich möchte dich und die anderen
    immer aussprechen lassen,
    denn die Wahrheit sagt man nicht sich selbst,
    sie wird einem gesagt.
     
    Ich weiss,
    dass sich manchmal Probleme dadurch lösen,
    dass man nichts tut,
    gib, dass ich auch warten kann!
     
    Mach aus mir einen Menschen,
    der einem Schiff mit Tiefgang gleicht!
    Gib mir nicht, was ich mir wünsche,
    sondern was ich brauche!
    Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
     
    Gebet von Antoine de Saint-Exupery
    2/10/2009

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    Die Liebe
    O Amor
     
    Liebe ist Licht zu geben,
    Amar é iluminar,
    ohne einander zu blenden.
    sem ofuscar um ao outro.
     
    Liebe heisst, Wärme auszustrahlen,
    Amar significa emitir calor,
    ohne einander zu ersticken,
    sem sufocar um ao outro.
    Liebe heisst, Feuer zu sein,
    Amar significa, ser fogo,
    ohne einander zu verbrennen.
    sem queimar um ao outro.
     
    Liebe heisst, einander nahe zu sein,
    Amar significa, estar próximo um do outro,
    ohne einander zu besitzen.
    sem possuir um ao outro.
    Liebe heisst, viel voneinander zu halten,
    Amar significa, ter consideração pelo outro,
    ohne einander festzuhalten.
    sem prender um ao outro.
     
    Liebe ist das grosse Abenteuer
    Amar é a maior aventura
    des menschlichen Herzens
    do coração humano.
    Spüren Menschen das Herz eines Menschen,
    Quando o ser humano sente o coração do outro,
    dann kommen sie zum leben.
    em seguida passam a viver.
     
    Liebe ist der einzige Weg,
    Amar é o único caminho,
    auf dem Menschen menschlicher werden.
    através do qual o ser humano será humanizado.
    Allein die Liebe ist das Haus,
    Somente o amor é a casa,
    in dem wir wohnen können.
    na qual nós podemos morar.
     
    Phil Bosmans
     
    2/8/2009

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    Was es ist
     
    Es ist Unsinn
    sagt die Vernunft
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe
     
    Es ist Unglück
    sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz
    sagt die Angst
    Es ist aussichtslos
    sagt die Einsicht
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe
     
    Es ist lächerlich
    sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig
    sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich
    sagt die Erfahrung
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe
     
    Erich Fried
    2/17/2008

    O Profissional de Saúde como Pessoa Educadora

    "Remédios Naturais
     
    Ar puro, luz solar, abstinência, repouso, exercício, regime conveniente, uso de água e confiança no poder divino - eis os verdadeiros remédios. Toda pessoa deve possuir conhecimentos dos meios terapêuticos naturais, e da maneira de os aplicar. É essencial, tanto compreender os princípios envolvidos no tratamento do doente, como ter um preparo prático que habilite a empregar devidamente este conhecimento.
     
    O uso dos remédios naturais requer certo cuidado e esforço que muitos não estão dispostos a exercer. O processo da Natureza para curar e construir, é gradual, e isso parece vagaroso ao impaciente. Demanda sacrifício e abandono das nocivas condescendências. Mas no fim se verificará que a Natureza, não sendo estorvada, faz seu trabalho sabiamente e bem. Aqueles que perseveram na obediência a suas leis, ceifarão galardão em saúde de corpo e alma.
     
    Bem pouca é a atenção dada em geral à conservação da saúde. É incomparavelmente melhor evitar a doença do que saber tratá-la uma vez contraída.
     
    É o dever de toda pessoa, por amor de si mesma, e por amor da humanidade, instruir-se quanto às leis da vida, e a elas prestar conscienciosa obediência. Todos precisam familiarizar-se com esse organismo, o mais maravilhoso de todos, que é o corpo humano. Devem compreender as funções dos vários órgãos e a dependência de uns para com os outros quanto ao são funcionamento de todos. Cumpre-lhes estudar a influência da mente sobre o corpo, e deste sobre aquela, e as leis pelas quais são eles regidos."  A Ciência do Bom Viver, pág. 127 e 128.
     
     
    1/22/2008

    Die Seligpreisungen

    " Und Er tat Seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihnen gehört das Himmelreich." Matthäus 5, 2.3
     
    "Diese Worte sind etwas Fremdes und Neues für die Ohren der verwunderten Menge. Solch eine Lehre ist allem, was sie je von einem Priester oder Rabbi gehört haben, entgegengesetzt. Sie sehen darin nichts, was ihrem Stolz schmeichelt oder ihre ehrgeizigen Hoffnungen nährt. Aber dieser Lehrer hat eine Macht, die sie gebannt hält. Die süsse göttlichen Liebe strömt von Seiner blossen Anwesenheit wie der Duft von einer Blume. Seine Worte fallen "wie der Regen auf die Aue, wie die Tropfen, die das Land feuchten." Psalm 72,6. Alle fühlen instintiv, dass hier einer ist, der die Geheimnisse der Seele liest, und der ihnen trotzdem mit zartem Mitleid nahe kommt. Ihre Herzen öffnen sich Ihm, und wie sie so zuhören, entfaltet der Heilige Geist ihnen etwas von der Bedeutung der Lektion, die die Menscheit in allen Zeitaltern so notwentig lernen muss.
     
    Die religiösen Führer in den Tagen Christi fühlten sich reich an geistlichen Schätzen. Das Gebet des Pharisäers - " Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute" ( Lukas 18,11) - drückte das Gefühl seiner Klasse und in hohem Grad auch das des ganzen Volkes aus. Aber in der Menge, die um Jesus herum war, gab es einige, die ihre geistlichen Armut spürten. Als sich beim wunderbare Fischzug die göttliche Kraft Christi offenbarte, fiel Petrus zu den Füssen des Erlösers nieder und rief aus: " Herr, geh weg von mir! Ich bin ein sündiger Mensch." Lukas 5,8. So gab es auch in der Menge, die um den Berg versammelt war, Seelen, die in der Gegenwart seiner Reinheit fühlten, dass sie "elend und jämmerlich, arm, blind und bloss" waren. Offenbarung 3,17. Sie sehnten sich nach "der heilsamen Gnade Gottes." Titus 2,11. In diesen Seelen erweckten Christi Grusswortes Hoffnung, sie sahen, dass ihr Leben unter dem Segen Gottes Stand." Leben in Fülle, Ellen G. White bei www.adventverlag.ch zu bestellen. 
    8/26/2007

    Wissen - Die Welt, in der Erkennbares erkennbar ist

     
    Ein Mann wurde von schweren Zweifeln über das Wesen der Wahrheit geplagt. Er beschloss deshalb, zu einem Rabbi in einem weit entfernten Dorf zu reisen, der für seine Weisheit im ganzen Land bekannt war. Als er nach einer langen und beschwerlichen Reise in dem Dorf ankam, erkundigte er sich sogleich, wo er den berühmten Weisen antreffen könne. Doch die Leute im Dorf lachten ihn nur aus: "
    Der Rebbe hat sich schon vor zwanzig Jahren aus der Welt zurückgezogen, und jetzt meint so ein dahergelaufener Fremder wie du, er könnte ihn einfach so besuchen!"
     
    Das konnte den Mann jedoch nicht von seiner Suche abbringen. Er wartete einen Moment ab, in dem die engsten Schüler des Rabbiners einmal nicht aufpassten, und stahl sich in die Studierstube des alten Mannes. Es verging einige Zeit, bis der Rabbiner endlich von seiner Arbeit aufsah: "Ich bitte um Verzeihung, ehrwürdiger Rebbe, aber ich bin von weit her gekommen, weil mich seit langem eine Frage nicht mehr loslässt. Ich hoffe, dass ihr mir in Eurer grossen Weisheit eine Antwort geben könnt."
     
    "Nun, wie lautet deine Frage", wollte der Rebbe wissen, und sein Tonfall war dabei durchaus freundlich. "Was ist das Wesen der Wahreit?" erwiderte der Besucher. Der Rabbiner sah ihm tief in die Augen, stand auf - und gab ihm eine ohrfeige.
     
    Der Mann wusste nicht, wie ihm geschah. Vollkommen verwirrt rannte er davon und lief ins nächste Wirthaus, um dort seine Enttäuschung in Alkohol zu ertränken. Ein junger Bursche aus dem Dorf sah dies und fragte ihn, was denn passiert sei. So bekam dieser die ganze Geschichte zu hören. Dann sagte er nachdenklich: "Weisst du, wenn der Rebbe so etwas tut, hat er einen Grund. Es muss eine Erklärung dafür geben." Jetzt mischte sich auch ein Schüler des Rabbiners ein, der am Nebentisch sass und zugehört hatte. "Der Rebbe hat dir eine Ohrfeige gegeben, damit du lernst, dass man niemals eine gute Frage gegen eine Antwort eintauscht."
     
    Aus dem Buch Der Rabbi hat immer Recht von Rabbi Nilton Bonder
     
     

    Weisheit - Die Welt, in der Verborgenes erkennbar ist

     
     
    Ein Mann in Rabbi Sussjas Stadt sah, dass dieser sehr arm war, und legte ihm jeden Tag im Bethaus einen Zwanziger in den Tefillinbeutel, damit er sein und der Seinen leben zu fristen vermöchte. Seither wuchs der Wohlstand des Mannes von Mal zu Mal. Je mehr er besass, um so mehr gab er an Rabbi Sussja, und je mehr er ihm gab, um so mehr besass er.
     
    Einmal besann er sich aber, dass Rabbi Sussja ein Jünger des grossen Maggids war, und es geriet ihm in den Sinn: wenn schon die Gabe an den Schüler so vielfältig gelohnt werde, welch ein Reichtum würde über ihn kommen, wenn er den Meister selbst beschenkte. So fuhr er nach Mesritsch und erwirkte von Rabbi Bär mit vielen Bitten, dass er eine ansehnliche Gabe von ihm annahm. Von diesem Augenblick an schwand sein Wohlstand, bis aller Gewinn der gesegneten Zeit dahin war. Da kam er in seiner Betrübnis zu Rabbi Sussja, erzählte ihm alles und befragte ihn, was dies sei: habe doch er selbst ihm gesagt, dass der Meister unermessbar grösser sei als er.
     
    Rabbi Sussja antwortete ihm." Sieh, solang du gabst und nicht hinsahst, wem du gibst, sondern Rabbi Sussja war dir recht oder ein andrer, so lange gab auch Gott dir und sah nicht hin. Als du aber begannst, dir edle und auserlesne Empfänger zu suchen, tat Gott desgleichen."
     
     
    von M. Buber im Der Rabbi hat immer Recht von Rabbi Nilton Bonder.
    8/24/2007

    Verstehen - Die Welt, in der Erkennbares verborgen ist

     
     
    Rabbi Jechiel Michal lebte in bitterer Armut, aber er war stets voller Freude. Eines Tages wurde er gefragt: "Rabbi, wie kannst du Tag für Tag beten' Gesegnet seist Du, der alles sieht, was ich brauche', wo du doch nichts von dem hast, was ein Mensch braucht?" Der Rabbi gab zur Antwort: "Offensichtlich ist es die Armut, die ich brauche, und an der hat es mir ja all die Jahre nicht gemangelt".
     
    Der Rabbi stellt seine Lage in ein völlig neues Bezugssystem, indem er Armut in etwas verwandelt, was ein Mensch möglicherweise brauchen kann. ..Doch damit streifen wir bereits die Philosophie. Kehren wir deshalb wieder zur Methodik zurück, die uns hier eigentlich interessiert. ...Wer die Dinge in einen neuen Zusammenhang stellt, übt sich in einer der subversivsten Methoden, mit der Wirklichkeit umzugehen. Sie ist ihrem Wesen nach ein Aufstand gegen uniformes Denken und die herrschende Meinung. Der berühmte amerikanische Journalist Walter Lippman pflegte zu sagen: "Wenn alle gleich denken, denkt überhaupt keiner". Wenn Menschen die Dinge auch einmal in einen anderen Bezugsrahmen stellen, so ist das vor allem eine Zeichen dafür, dass sich noch etwas tut im Garten der Erkenntnis. Es trägt der Tatsache Rechnung, dass "Wahrheiten" auch lügen und Denkprozesse unzuverlässig und korrumpierbar sein können; überhaupt ist das Denken kein rein rationaler Vorgang, sondern es hat auch emotionale und affektive Seiten.
     
    Aus dem Buch Der Rabbi hat immer Recht: Die Kunst, Probleme zu lösen von Rabbi Nilton Bonder 
    8/23/2007

    Glaube- Die Welt, in der Verborgenes verborgen ist

     
    Der folgende Dialog wird Rabbi Salman Schachter-Schalomi zugeschrieben. Darin fragt ein Schüler:
     
    "Wie gelangt man zu Weisheit, Scharfsinn und Verständnis?"
     
    "Durch gesunden Menschenverstand und ein gutes Urteilsvermögen."
     
    "Und wie erlangt man ein "gutes Urteilsvermögen" ?"
     
    "Durch viel Erfahrung."
     
    "Und wie sammelt man viel Erfahrung?"
     
    "Durch Fehlurteile!" 
     
     
     
    Aus dem Buch Der Rabbi hat immer Recht: Die Kunst, Probleme zu lösen von Rabbi Nilton Bonder

    On the road

     
    ... He asked them, " What was it you disputed among yourselves on the road?" But they kept silent, for on the road they had disputed among themselves who would be the greatest. And He sat down, called the twelve, and said to them, "If anyone desires to be first, he shall be last of all and servant of all".
     
    ...Jésus leur demanda: De quoi discutiez-vous en chemin? Mais ils gardèrent le silence, car en chemin ils avaient discuté entre eux pour savoir qui était le plus grand. Alors il s'assit, appela les douze, et leur dit: Si quelqu'n veut être le premier, il sera le dernier de tous et le serviteur de tous".
     
     
    Aus der  Holy Bible im Buch Mark 9: 33-34.

    Almas Arredias

     
     
    Essas almas arredias
    Tão vazias
    Do frescor da ilusão
    Se despidas da utopia
    Esqueceram os sonhos
    Bailarinas fantasias
    O que já não são?
     
     
    Essas almas fugidias
    Esquecidas dos enlevos
    Dúvidas, enredos, 
    Tessituras da paixão
    O que já não são?
     
     
    Presas de suas dores
    Caminhando indiferentes
    Plácidas, frígidas, dormentes
    Por vielas de rancores
    O que já não são?
     
     
    do livro ConVERSO novamente de Robélia Fernandes de Souza  
    8/21/2007

    Neue Kraft schöpfen

     
    ...Damals lernte ich, wie ich den Schmetterlingsprozess, bei dem es darum geht, unsere Abhängigkeiten zu verstehen und loszulassen, verinnerlichen konnte. Eine Raupe führt ein überaus bequemes Leben und gewöhnt sich an diese Bequemlichkeit. Aber sie ist nicht wirklich frei, und sie ist nicht wirklich schön. Schliesslich, weil sie spürt, dass da noch etwas auf sie wartet - nicht weil irgendjemand ihr das sagt, sondern aus einem tiefen intuitiven Wissen heraus -, verzichtet sie auf die Bequemlichkeit, die sie an die Erde fesselt, und spinnt einen Kokon um sich herum. Dieser Kokon kommt aus dem Inneren der Raupe, so wie unsere Bereitschaft loszulassen aus unserem Inneren kommen muss.
     
       Die Raupe schliesst sich in sich selbst ein und ist nun in einem kleinen dunklen Raum gefangen, wo sie durch nichts abgelenkt werden kann. Weder Sonne noch Regen haben Zugang zu dieser Welt. Sie ist alleine in der Dunkelheit, eingehüllt in das, was sie aus ihrem Inneren hervorgebracht hat, und vor allem Ablenkungen geschützt.
     
       So geht es auch uns. Echte Transformation geschieht nur, wenn wir uns ungestört der Selbstbetrachtung hingeben und uns unbeeinflusst von materiellen Begehrlichkeiten und scheinbaren gesellschaftlichen Zwängen mit unseren Abhängigkeiten und inneren Dämonen auseinander setzen können. Wir müssen uns in unseren eigenen Kokon zurückziehen und uns selbst ins Gesicht sehen. Wir müssen uns unserer eigenen inneren Dunkeltheit zuwenden. Nur indem sie sich von ihren Abhängigkeiten befreit und sich in die Dunkelheit zurückzieht, kann die Raupe ihren Körper verändern, und nur so können ihre zarten, schönen Flügel wachsen.
     
       Anschliessend muss die Raupe sich noch von ihrer letzten Abhängigkeit befreien - von der dunklen, engen Höhle, an die sie sich gewöhnt hat und die eine neue Art von Bequemlichkeit darstellte -, und sie muss beginnen, den Käfig des Selbst zu durchbrechen, in den sie sich eingespertt hatte. Sie hat nicht die geringste Ahnung, was dahinter liegt, aber sie reagiert in jedem Fall auf einen höheren Ruf. Diese letzte Anstrengung führt zur endgültigen Transformation. Wenn ein Mensch dem Schmetterling hilft, sich aus dem Kokon zu befreien, wird es niemals fliegen. Nur wenn er aus eigener Kraft diese letzte Abhängigkeit überwindet, kann dieses zarte Wesen, dessen Körper so leicht und zerbrechlich ist, dass wir es fast mit einem Atemzug töten könnten, in all seiner Schönheit frei fliegen.
     
       Ganz ähnlich können auch wir nur dann die wirklichen schönen Geschöpfe werden, die zu sein wir bestimmt sind, wenn wir uns von allem befreien, auch von unseren selbstsüchtigen Sorgen, und aus den Kokons ausbrechen, in die wir uns eingesponnen haben, um die Welt auszusperren. Aus dem Buch Die Botschaft der Baumfrau von Julia Butterfly Hill. 
    8/19/2007

    Glaube - Die Welt, in der Verbogenes verborgen ist

     
     
    ."..Aber der Narr sagt, was er weiss, der Kluge weiss, was er sagt" 
     
    von Buber, zitiert im Der Rabbi hat immer Recht: Die Kunst, Probleme zu lösen von Rabbi Nilton Bonder

    O mundo como labirinto, o mundo como paradoxo, o mundo como realidade oculta, o mundo...

      
     
       O termo "alquimia" vem de um lendário mestre, Chemes, autor de uma obra conhecida como Chema, que, precedida do artigo árabe al, deu alquimia. No final da Idade Média surgem numerosos alquimistas, entre eles o famoso Nicolas Flamel ( 1330-1418 ). Diferentemente dos mineiros que iam em busca do ouro, a alquimia procura baixar às profundezas não da terra, mas do Espírito. Não se trata apenas de pesquisa, mas de um processo de transformação pessoal descrito em linguagem metafórica - o ouro era tanto o metal precioso como um símbolo espiritual. Os antigos falavam numa Idade do Ouro, na qual a humanidade vivera feliz e sem necessidades, como no paraíso bíblico. Mass esse passado maravilhoso se perdera, e à Idade do Ouro haviam se seguido a Idade do Bronze e a Idade do Ferro - o ferro, esse metal bruto, próprio para confeccionar utensílios ou armas, mas não jóias ( ou sonhos ). Todos os metais, segundo os alquimistas, contêm enxofre e mercúrio; o que varia neles é a proporção dessas substâncias na composição. No cobre, ambos entram em partes iguais, mas no ouro predomina o mercúrio. Mais do que isso, os metais, como tudo no Universo, teriam vida - que pode ser influenciada pelos astros. O que se buscava, então, era a perfeição do ouro. Processo sem fim, simbolizado pela Ouroboros, a mítica serpente que morde a própria cauda. Essa transmutação poderia ser obtida através da pedra filosofal, que seria também a panacéia universal, capaz de curar todas as doenças. O processo de transmutação de um metal em ouro obedecia ao princípio de solve et coagula: primeiro o metal era fundido, depois recombinava-se para transformar-se em ouro - o que também é uma alusão à morte e à ressurreição. Aliás, os textos alquímicos são sempre redigidos em uma linguagem obscura, a sugerir não um, mas de vários sentidos.
     
       Obscura é também a Cabala ( do hebraico kabalah, recepção, no sentido de doutrinas recebidas da tradição ), antiga expressão do misticismo judaíco que se desenvolveu muito no final da Idade Média, sendo adotada também por cristãos. A Cabala compreende um conjunto de crenças que giram em torno da união do universo finito ao Criador infinito, por meio das emanações que procedem da divindade como raios vindos de uma fonte de luz. A Cabala cultiva também uma numerologia baseada na particularidade de que, em hebraico, os números correspondem a letras; assim, certas palavras significativas são expressas em números, que por sua vez tornam-se também significativos. O exemplo clássico é o da palavra "hai" ( esse h é aspirado ), vida que corresponde ao número dezoito, considerado, por isso, de bom augúrio. À época do Renascimento, foi criada, por Isaac Luria ( 1534-72 ), uma nova escola cabalística. No começo, diz a Cabala luriânica, só existia Deus; graças a um processo de retração, de " encolhimento" ( o que é conhecido como tzimtzum), o universo pôde surgir. Foi criado então o homem primordial, Adam Kadmon. Dele, saíam raios de luz divina que deveriam reencher vasos ou recipientes que, contudo, se partiram. É necessário, então, um processo de restauração ( tikun ). Da mesma forma, quando o Adão bíblico foi criado, continha em si todas as almas; com o pecado, eles se dispersaram, ficando em cativeiro nos corpos humanos, mas ansiosas por retornar à fonte. É a metafóra do exílio, tão compreensível na tradição judaica, e cujo apelo é facil de imaginar: a Cabala fascinava humanistas cristãos como Guillaume Postel, Johann Reuchlin e Pico della Mirandola, para quem nenhuma ciência oferecia maior garantia da divindade de Cristo do que a Cabala. As numerologias judaica e pitagórica dão novo e adicional significado aos fundamentos do cristianismo. A Trindade é santa por causa do Pai, do Filho e do Espírito Santo, mas também por causa do número três. Os quatro evangelhos são importantes porque são narrativas sagradas, mas também porque são quatro. Do livro Saturno nos Trópicos de Moacy Scliar.

    Der Diener der Auberginnen

     
    Ein mächtiger Herrscher im alten Morgenland ass mit Vorliebe Bademdjan, Auberginnen. Er konnte sich nicht genug daran tun und hatte sogar einen Diener, dessen einzige Aufgabe darin bestand, die Auberginen so schmackhaft wie irgend möglich zuzubereiten. Der Herrscher schwärmte: "Wie herrlich sind doch diese Früchte. Wie göttlich ist ihr Geschmack. Wie elegant ist ihr Aussehen. Auberginen sind das Beste, was es gibt." "Jawohl, mein Herr, " antwortete der Diener. Am gleichen Tag noch ass der Herrscher in seiner Gier so viele Auberginen, das es ihm schlecht wurde. Er hatte das Gefühl, las würde sich sein Magen von unten nach oben drehen und als wollten alle Auberginen, dier er jemals gegessen hatte, auf dem falschen Wege wieder das Tageslich erblicken. Er stöhnte: "Nie wieder Auberginen. Diese Früchte der Hölle will ich nicht mehr sehen. Allein ihre Vorstellung erzeugt in mir Übelkeit. Auberginen sind die grässlichsten Früchte, die ich kenne." "Jawohl, mein Herr", antwortete der Diener. Da wurde der Herrscher stutzig. " Heute mittag, als ich noch von der Herrlichkeit der Auberginen sprach, stimmst du mir wieder zu. Wie lässt sich das vereinbaren? "Herr!" sagte der Diener "Ich bin dein Diener und nicht der Diener der Auberginen."
     
    Der Diener ist schlau. Er kennt die Rolle, die er am Hof spielen muss, weiss, welche Befugnisse und Gefahren mit ihr verbunden sind, und verhält sich so, dass seine eigenen Interessen nicht zu kurz kommen. Weder weist er den König auf die inkonsequente Argumentation hin, noch spielt er den Anwalt der Auberginen. Sein Verhalten ist pragmatisch und zweckorientiert. Manche mögen sein Verhalten allerdings als mangelndes persönliches Engagement kritisieren.
     
    Ein 27jähriger Angestellter war eher zufällig in die psychotherapeutische Behandlung gekommen. Von Magenschmerzen gequält, war er von seinem Hausarzt darauf hingewiesen worden, das seelische Ursachen eine Rolle spielen können. Bereits zu Beginn der Behandlung kam er immer wieder auf seinen Beruf zu sprechen, vor allem auf die Schwierigkeiten mit seinem Chef. Immer wenn er eigene Vorstellungen von einem neuen Projekt entwickele, werde er von seinem Chef erst einmal abgewiesen. "Der Chef macht es doch, wie er will, ich kann da nichts machen." Und er tat wirklich alles mögliche. Er arbeitete auch in seiner Freizeit bis in die Nacht, entwickelte neue Modelle, um schliesslich am nächsten Moegen zu erfahren, dass sein Engagement nicht nur als unerwünscht, sonder sogar als störend angeseden wurde, Für ihn, dem Leistung und berufliche Erfolge ein zentrales Lebenskonzept waren, wurde die Situation immer unerträglicher, und da er sie nicht offen austragen konnte, reagierte er mit seinem Körper. Die Magenschmerzen waren sein Protest gegen die Ungerechtigkeit des Chefs.
     
    Auf den Grundkonflikt und die Psychodynamik wollen wir in diesem Zusammenhang nicht weiter eingehen, wichtig ist hier die unmittelbare Konfliktintervention, die das Ziel verfolgte, den Leidensdruck zu mildern. Das berufliche Engagement wie auch der Ehrgeiz des Patienten waren an sich ebensowenig konfliktträchtig wie sein Bedürfnis, sich in der Firma zu verwirklichen und eigene Ideen durchsetzen. Psychotherapeutisch war vor allem die Erwartungshaltung von Bedeutung, die sich hinter diversen Aktivitäten verbarg, und die mangelnde Bereitschaft, die psychische Situation des autoritären, väterlichen Vorgesetzten einzubeziehen.
     
    In diesem Zusammenhang bildete die Geschichte des " Dieners der Aubergines" für den Patieten ein Gegenkonzept, das nicht Vorbild war, sondern Anlass, auf die eigenen typischen Reaktionsweisen aufmerksam zu werden, sie differenzieter zu sehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Aus dem Buch Der Kaufmann und der Papagei von Nossrat Peseschkian
    8/18/2007

    ...

    Schmetterlinge im Herz
     
    Herzen
     
    Sterne
     
    Sonnenschein
     
    Regenbogen
     
    Farben kreisen
     
    in den Flügeln der Schmetterlinge,
     
    die vor der Dunkelheit tanzend herrlich erscheinen.
     
     
    Oh, meine Krone, Würde meines Daseins!
     
    Lächelnd und umarmend berühren dich
     
    meine Hände in Form von Blumen
     
    setzt dich auf meinen Kopf.
     
     
    Gehen wir tanzend das Leben feiern und ehren!
     
     
    Aus dem Jahresbericht 2005 Frauenhaus Winterthur von Rossimar Jardim 
    8/17/2007

    Das auserwählte Kind, der Neid und die Eifersucht

     
       Das Thema des Auserwähltseins oder zumindest die Projektion des Auserwähltseins ist im Zusammenhang mit Neid und Eifersucht zentral. Eine eindrückliche Geschichte des Auserwähltseins ist die Geschichte von Josef und seinen Brüdern im Alten Testament, mit allen Implikationen und Folgen. Josef war der elfte Sohn des Jakob, ein Sohn seiner Lieblingsfrau Rahel. Jakob hatte ihn von all seinen Söhnen am liebsten, weil er ihm im Alter geboren wurde, sagt die Bibel. Jedenfalls liess er ihm ein prächtiges Gewand machen, und die Brüder, die sahen, dass der Vater ihn mehr liebte als sie, wurden neidisch und sprachen kein freundliches Wort mehr mit ihm. Josef indessen erzählte seinem Vater jeweils, was seine Brüder so trieben.
     
       Josef hatte dann zwei Träume. Im einen stellten sich die Garten der Brüder um seine Garbe, die in der Mitte war, und verneigten sich. Die Brüder wurden wütend über diesen Traum, verstanden ihn so, dass Josef wohl König über sie werden wolle, und sie hassten ihn noch mehr. Und er träumte wieder: " Ich sah die Sonne, den Mond und zwölf Sterne, und alle verneigten sich tief vor mir". Da wurde sgar der Vater unwillig und herrschste ihn an, ob er glaube, Vater, Mutter und Brüder müssten sich vor ihm in den Staub werfen.
     
       Als seine Brüder einmal unterwegs Schafe hüteten, schickte ihn sein Vater zu ihnen, um zu schauen, ob alles in Ordnung sei. Die Brüder sahen ihn von weitem kommen und entschlossen sich, ihn zu töten, denn ihm waren doch wohl seine Träume zu Kopfe gestiegen. Ruben, der Älteste, bestand darauf, dass er nicht getötet, sondern lediglich in eine Zisterne geworfen wurde, darin gerade kein Wasser war. Und als Kaufleute vorbeikamen, verkauften sie ihn, dem Vater aber brachten sie das blutbefleckte Gewand. Jakob fiel in tiefe Trauer und war nicht zu trösten, Josef wurde in Ägypten an Potifar, einen Hofbeamten des Pharaos, verkauft.
     
       Josef ist einer der Auserwählten. Bevorzugt von seinem Vater, ausgezeichnet, dadurch aber auch gezeichnet.  Er ist zudem bevorzugt von seinen Träumen, also im biblischen Verständnis ausgezeichnet von Gott, und damit auch wieder gezeichnet.- Er hat ein auserwähltes Schicksal. 
     
       Zunächst ist er identifiziert mit den Plänen und den idealen des Vaters, ohne daran zu denken, dass seine Brüder neidisch werden könnten. Der Vater schürt den Zwist und schickt ihn ins Verderben. Josef tritt also nicht als eigenständige Persönlichkeit auf, sondern als der von den Vätern Ausgezeichnete. seine Gefüle kennen wir nicht, um so mehr aber die seine Brüder: Sie sind voll Hass, Neid, Eifersucht, und sie wollen sich rächen, sie haben Todeswünsche. Sie grenzen sich bewusst von ihm ab, scheinen aber untereinander eine lebendige Beziehung zu haben. Das treibt Josef noch mehr in die Arme des Vaters.
     
       Seine Situation ist indessen tatsächlich eine schwierige. Wie hätte er damit anders umgehen können? Hätte er seine Träume zurückhalten müssen? Hätte das geholfen? Wohl kaum. Hätte es geholfen, wenn Jakob seinen Sohn nicht für sei eigenen Wohlbefinden, für die eigenen Grössenideen eingespannt hätte? War Jakob mit seinem eigenen Leben, seiner eigenen " Auserwähltheit" vielleicht zu wenig zufrieden, dass er nun seinen Sohn so sehr auszeichnen musste - und dann doch auch selber neidich wurde, als deutlich wurde, welcher Art die Träume von Josef waren?
     
       Hätte dieser sich nicht zurückhalten können, bis die Auserwähltheit von selber zutage getreten wäre? Die Dynamik der Entwicklung war wohl nicht zu vermeiden. Josef, der Neidereger, muss den Brüdern aus den Augen geschafft werden. Ruben, der Älteste, möchte dem Vater seinen Sohn zurückbringen, vielleicht um selbst wieder mehr Anerkennung zu bekommen. Das gelingt nciht, Josef gelangt in einen anderen Lebensraum. Und damit ist auch die Trennung vom Vater vollzogen, die für Josef sehr wichtig ist, damit er sich selbst werden kann.
     
       Er hat nun ein eigenes Leben, er kann sich selbst werden - und sein Schicksal als Auserwählter nimmt seinen Lauf. Allerdings immer wieder mit Heimsuchungen. So wird er etwa von der Frau des Potifar verleumdet und muss ins Gefängnis. Weil er aber als einziger die Träume des Pharaos über die fetten und die mageren Jahre zu deuten verteht, wird er aus dem Gefängnis geholt und mit der Vorsorge für die "mageren  Jahre" betraut. In der grossen Hungersnot erweist er sich dann als Wohltäter seinen Brüdern und seiner Familie gegenüber und ermöglicht damit das Überleben seiner Familie und damit ganz Israels. Jetzt erweist es sich, dass er ein Auserwählter ist, und als Auserwählter ist er auch einer, der für die anderen sorgen muss.
     
       Betrachtet man diese Geschichte als Mythos, dann wird deutlich, dass ein Held, der auserwählt ist, immer wieder in Frage gestellt wird, damit es sich erweist, ob er auch wirklich besonders ist. Ist er nichts besonders, kann er mit Bedrohungen und Tiefschlägen nicht umgehen, dann ist er eben kein richtiger Held.
     
       Der Neid der anderen Menschen macht das Besondere sichtbar, macht einen Menschen zu einem auserwählten Menschen, setzt einen Menschen auf den Weg, dieses Auserwähltsein auch in die Realität umzusetzen. Immer aber sind diese Weg verbunden mit der Notwendigkeit zu helfen und zu erlösen.
     
       Das Schicksal des Auserwähltseins bringt es mit sich, dass der oder die Auserwählte zunächst scheinbar zum Opfer der Neider und Neiderinnen wird, dann aber mit dem Mut der Vezweiflung - und Helfern und Helferinnen - zu den besonderen Kräften findet, die notwendig sind, um das Besondere in die Wege zu leiten. Dieses Besondere aber dient nicht primäre dem Ansehen des Helden oder der Heldin, sondern ist und bringt etwas, das im ganzen System gemangelt hat.
     
       Zum Thema des Neides gehören also die archetypischen Felder von Auserwähltheit, Opfer und Erlösung. In den Märchen erfolgt die Erlösung dadurch, dass bearbeitet wird, was ansteht, dass gestaltet wird, was gestaltet werden muss. Würde statt dessen die Idee der Erlösung im Vordergrund stehen, müssten die Helden und Heldinnen wohl untergehen, das heisst: Würden sie sich mit der Grössenidee identifizieren, die auf sie projiziert wird, so fehlten ihnen die Sammlung und die Energie, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
     
       Die Neider und die Neiderinnen dürfen die Grössenidee zwar projizieren, das hat durchaus eine dynamische Wirkung, es kommt dadurch etwas in Gang, vielleicht sehen sie sogar etwas was dem Neiderreger oder der Neiderregerin selbst nicht klar war. Diese dürfen sie im Neidsystem gefangen, erwarten von sich das Unmögliche und sind gelähmt. Aus dem Buch Neid und Eifersucht  von Verena Kast
     

    Die Schildkröte, der Elefant und das Nilpferd

     
    Eines Tages traf die Schildkröte den Elefanten. Der trompetete sie an: "Aus dem Weg, du Schwächling, sonst zertrete ich dich!" Die Schildkröte hatte keine Angst und blieb, wo sie war. Also trat der Elefant auf sie, aber er konnte sie nicht zermalmen. "Gib nicht so an, Elefant, ich bin so stark wie du!" sagte die Schildkröte, doch der Elefant lachte bloss. Da bat ihn die Schildkröte, am nächsten Morgen zu ihrem Hügel zu kommen.
     
    Am nächsten Tag lief die Schildkröte noch vor Sonnenaufgang den Hügel hinunter zum Fluss, wo sie das Nilpferd traf, das sich nach der nächtlichen Futtersuche gerade wieder ins Wasser begeben wollte. "He, Nilpferd! Was hältst du von einem Tauziehen? Ich wette, ich bin so stark wie du!" rief die Schildkröte. Das Nilpferd lachte über den absurden Vorschlag, stimmte aber zu. Die Schildkröte holte ein langes Seil und sagte dem Nilpferd, es sollte es ins Maul nehmen und warten, bis sie "jetzt!" rufe. Dann rannte die Schildkröte wieder auf den Hügel, wo der Elefant schon ungeduldig wartete. Sie gab dem Elefant das andere Ende vom Seil und sagte: " Zieh, wenn ich "jetzt!" rufe. Dann werden wir sehen, wer von uns beiden stärker ist." Danach lief sie bis zur Mitte des Hügels, wo sie keiner sehen konnte und schrie:"Jetzt! Der Elefant und das Nilpferd zogen und zogen, doch keiner konnte den anderen auch nur ein Stück bewegen - sie waren gleich stark. Und beide glaubten, die Schildkröte sei genauso stark. Nimm nie etwas selbst in die Hand, das andere für dich erledigen können. Die Schildkröte liess die anderen für sich arbeiten und strich die Anerkennung dafür ein." Fabel aus Zaire aus dem Buch Power: Die 48 Gesetze der Macht von Robert Greene 

    Die Macht der Frauen

     
    Es war einmal ein Waisenknabe, der hatte weder Vater noch Mutter, nur eine einzige Schwester, die war verheiratet. Als er zum Mann wurde, sprach er zu ihr: "Schwester, ich will heiraten!" Sie antwortete ihm: "Bruder, du bist noch nicht reif für die Ehe!" Er sprach: "Doch, ich bin es", aber sie blieb dabei: "Nein, du bist noch nicht reif. Merke dir, die Macht der Frauen ist erbarmungslos!"- "Was ist die Macht der Frauen?" fragt er. "Statt es ihm zu erklären, gab sie ihm ein lehrreiches Beispiel.
    "Ich werde es dir an meinem eigenen Ehemann vorführen, wie mächtig die Frauen sind. Geh auf den Markt und kauf einen Fisch?"-"Einverstande", sprach der junge Mann.
     
    Er ging zum Markt und holte einen Fisch. Die Schwester nahm den Fisch, verbarg ihn unter ihrem Kleid und ging dann mit ihrem Bruder zu ihrem Mann, der auf dem Felde pflügte; sie brachte ihm die Mittagsmahlzeit. Als er eine Furche zu Ende gepflügt hatte und an den Weg kam, sprach sie zu ihm: "Lass dein Kamel und komm her zum Essen!" Sie legte ihm die Speise vor, und als er ass, sprach sie: " Mir hat gestern geträumt, wir würden ein Fest feiern." Er antwortete darauf: " Wenn Gott uns gnädig ist, werden wir eines Tages ein Fest feiern!" Dann ergriff sie den Pflug und pflügte eine Weile, dabei versteckte sie den Fisch in einer Fuche. Als ihr Mann gegessen hatte, übernahm er den Pflug wieder, und sie machte sich mit ihrem Bruder auf dem Heimweg. Da rief er plötzlich: " Kommt mal her!" - "Was ist los?" fragte sie. " Schau mal", sprach er, " hier habe ich einen Fisch in der Akkerfuche gefunden. Gott hilft unsw, damit wir ein Fest feiern können. Bereit schon mal alles vor, heute abend komme ich mit dem Lehrer und seinen Schülern, dann feiern wie ein Fest." - "Einverstanden", sagte sie. Sie ging mit ihrem Bruder nach Hause und bereitete den Fisch zu, dann assen ihn die beiden auf und versteckten die Gräten.
    Am Abend nach der Arbeit ging der Mann vom Felde heim und auf dem Weg an der Moschee vorbei. Dort sprach er zum Lehrer: " Kommt mit zu mir, heute feiern wir ein Fest!" Der Lehrer und seine Schüler begleiteten den Mann zu seinem Hause, und dort rief er seine Frau: " Hast du alles bereit, Tee und Essen und Parfüm für die Gäste?" - Was ist denn los?" fragte die Frau zurück. " Habe ich dir nicht gesagt, dass wir heute abend ein Fest feiern werden?" fragte der Mann. "Aber womit willst du feiern ?" fragte die Frau wiederum."Hast du etwa Fleisch gekauft, Zucker und Tee?"-"Aber ich habe dir auf dem Felde doch den Fisch gegeben", rief der Ehemann. "Wo hast du einen Fisch gefunden?" fragte die Frau. Er antwortete: "Ich habe ihm beim Pflügen aus der Erde geholt." Da rief sie: " Hat man jemals einen Fisch auf dem trockenen Lande gefunden?"-"willst du mich verrückt machen?"fragte der Mann. Da stiess die Frau einen Schrei aus und wandte sich an den Lehrer:"Bitte lass mich nicht im Stich! Dieser Mann ist verrückt geworden. Oder ist es etwa vorstellbar, dass er einen Fisch auf dem Acker gefunden habe?"
     
    Man gab ihr recht und band den Mann. "Werft ihn in den Keller", sprach die Frau, "damit er uns nicht schaden kann, sonst bringt er mich noch um!" Das taten sie, dann gingen Lehrer und Schüler nach Hause.
     
    In der Nacht nahm die Frau ihre Steinmühle und setzte sich über die Kelleröffnung, um Bohnen zu mahlen. Das hörte sich für den Gefangenen wie Donnergrollen an. Von Zeit zu Zeit nahm sie eine Fackel und hielt sie kurz an die Kelleröffnung, so dass er glaubte, es blitzte. Schliesslich schüttete sie Wasser über der Öffnung aus, so dass er sich vor dem vermeintlichen Regen in einer Ecke verbergen musste.
     
    Am frühen Morgen besuchten ihn einige Männer des Dorfes und fragten ihn: "Wie geht es dir, armer Mann?" - "Gelobt sei Gott", sprach er. " Mir fehlt nichts. Man versucht nur, mich verrückt zu machen, aber ich bin bei klarem Verstand. Sagt mal, sieht das Land noch aus wie gestern?"-"Warum, was ist geschehen?" fragten sie zurück. "Es hat so stark gedonnert und geblitzt und soviel geregnet, es muss doch alles drunter und drüber sein!"Da sprachen sie zu ihm: " Gott möge dich heilen, armer Mann!" Mann glaubte nun wirklich, dass er verrückt sei, und liess ihn im Kelller. Nach zwei Wochen holte man ihn endlich heraus. Der junge Mann dachte noch lange über diese Tat seiner Schwester nach und sprach zu sich: "Die Machte der Frauen ist gnadenlos, ich werde nie heiraten."
     
    Aus dem Buch Märchen der Berber  

    Der Archetyp in der Traumsymbolik

     
    ...Sollte man also annehmen, der Mensch sei das einzige lebende Wesen, dem spezifische Instinkte fehlen und dessen Psyche keinerlei Spuren ihrer Entwicklung trüge?
     
    Setzt man allerdings die Psyche mit dem Bewusstsein gleich, dann verfällt man leicht den Irrtum, der Mensch komme mit einer leeren Psyche auf die Welt, und in späteren Jahren enthielte diese nicht mehr, als was sie durch individuelle Erfahrung gelernt hat. Aber die Psyche ist mehr als das Bewusstsein. Tiere haben wenig Bewusstsein, aber viele Impulse und Reaktionen lassen bei ihnen auf die Existenz einer Psyche schliessen; und Primitive tun viele Dinge, deren Bedeutung sie bewusst gar nicht kennen. Man wird viele zivilisierte Leute vergeblich danach fragen, woher eigentlich der Weihnachtsbaum oder das Osterei kämmen und was sie bedeuten. Auch sie tun noch gewisse Dinge, ohne zu wissen warum. Ich neige zu der Ansicht, das solche Dinge zunächst nur getan worden sind, und erst sehr viel später hat man nach ihrem Sinn gefragt. Der Psychologe sieht sich ständig Menschen gegenüber, die sonst intelligent sind, sich aber zeitweise völlig unerklärlich benehmen und keine Ahnung von dem haben, was sie sagen oder tun. Sie sind plötzlich unvernünftigen Impulsen unterworfen, für die sie selbst keine Erklärung haben.
     
    Oberflächlich gesehen scheinen solche Reaktionen und Impulse ganz persönlicher Natur zu sein. Deshalb tun wir sie als abnormes Verhalten ab. Tatsächlich aber beruhen sie auf einem vorgeformten und immer bereiten Instinktsystem, das für den Menschen charakterisstisch ist. Gedankenformen, allgemeinverständliche Gesten und viele andere Haltungen folgen einem Muster, das angeordnet wurde, lange bevor der Mensch ein reflektierendes Bewusstsein entwickelte.
     
    Man kann sich sogar vorstellen, dass die frühen Ursprünge menschlicher Reflexionsfähigkeit die Folgen starker emotionaler Erlebnisse sind. Man stelle sich jenen Buschmann vor, der in einem Augenblick des Ärgers und der Enttäuschung über einen misslungenen Fischzug seinen einzigen Sohn erwürgte und gleich darauf von tiefstem Kummer ergriffen den toten kleinen Jungen im Arm hielt. Ein solcher Mensch wird diesen Moment des Schmerzes für immer im Gedächtnis behalten.
     
    Wir wissen nicht, ob diese Art von Erfahrungen die Ursache für die menschliche Bewusstseinsentwicklung gewesen ist. Aber zweifellos ist oft ein ähnlich starker emotionaler Schock notwendig, um Menschen zu wecken und darauf aufmerksam zu machen, was sie tun. Berühmt ist der Fall eines spanischen Edelmannes aus dem 13. Jahrhundert, Ramón Lull, der endlich nach langen Bemühung die Dame, die er bewunderte, bei einem heimlichen Rendevous traf. Sie öffnete schweigend ihr Kleid und zeigte ihm ihre Brust, die von Krebs zerfressen war. Der Schock änderte Lulls Leben; er wurde später ein hervorragende Theologe und einer der bedeutendsten Missionare der Kirche. Im Falle eines solchen plötzlichen Wechsels erweist sich oft, dass ein Archetyp schon lange Zeit im Unbewussten gewirkt hat und geschickt die Umstände arrangiert, die dann zur Krise führen.
     
    Solche Erfahrungen scheinen zu zeigen, dass archetypische Formen nicht bloss statische Muster sind, sondern dynamische Faktoren, die sich ebenso spontan wie die Instinkte in Impulsen äussern. Träume, Visionen, Gedanken können ganz plötzlich erscheinen; und wie sorgfältig an auch nachforschen mag, man findet ihre Ursache nicht. Aber zweifelsohne gibt es eine Ursache; nur ist sie so weit entfernt und so dunkel, dass man sie nicht erkennt. In solchem Fall muss man entweder warten, bis man die Bedeutung hinreichend versteht oder bis ein äusseres Ereignis den Traum erklärt". Seite 80-82 von Symbole und Traumdeutung von C.G. Jung